Toyota: (erneut) verarscht

Nun muss ich mal meinen Ärger über die örtliche Toyota Werkstatt rauslassen. Ich habe mich selten so verarscht gefühlt wie bei meinem letzten Besuch dort.

Vor einigen Tagen habe ich ein starkes Klappern unter meiner Motorhaube bemerkt. Ich dachte erst, dass eine Feder gebrochen sei und die abgebrochene Windung im Federteller klappert. Dem war aber nicht so, was mich in die Toyota Werkstatt geführt hat.

Toyota Werkstattmeister: „Es ist das Zweimassenschwungrad!“

Ich habe in der Werkstatt gefragt, ob sich jemand mal das Klappern anhören bzw. eine Diagnose stellen könnte. Ein freundlicher Meister kam mit zu meinem Avensis T25 D4D und ich habe den Motor gestartet. Der Meister setzte sich rein und betätigte Gas und Kupplung und hörte auf die sich kaum verändernde Geräuschkulisse. Nach sehr kurzer Zeit (wohlgemerkt: ohne das Auto auf die Bühne zu nehmen oder sich in den geöffneten Motorraum zu bücken) entspann sich neben dem Auto sinngemäß folgender Dialog:

Er: Das ist das Zweimassenschwungrad. Was hatte der Wagen jetzt runter?
Ich: Knapp 200 000 km.
Er: Ja, das ist so die Grenze. Das kann schon sein.
Er: Naja, das Schwungrad allein gibt es für ca. 1800€, es gibt aber auch ein Kit mit Kupplung das liegt bei ca. 1600€ – wäre sinnvoll, weil die Kupplung sich ja auch nicht mehr so frisch anfühlt. Dazu kommen noch ca 800€ Einbau. Ich sag mal ca. 2500€ müssen Sie rechnen. Das wird der Wagen gerade noch wert sein. Bei 220 000 km muss dann ja auch der Zahnriemen gemacht werden … muss man sich überlegen … lohnt wahrscheinlich kaum …
Ich: Uff! Ganz sicher, dass es das Schwungrad ist?
Er: Ja, das Geräusch ist eindeutig.
Ich: Beim hören hätte ich auf ein Lager am Klimakompressor oder der Servopumpe getippt …
Er: Nein, ist das Zweimassenschwungrad!

Ich habe mich dann erst mal für die Hilfe bedankt und bin wieder gefahren.

Vorgeschichte: Die Sache mit dem Leistungsverlust

Nun gibt es dazu eine Vorgeschichte – ich hatte im Sommer letzten Jahres schon mal ein Problem mit dieser Toyota Werkstatt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt mit sporadisch auftretendem Leistungsverlust und einem schlechten Startverhalten des Autos zu kämpfen. Der Avensis hatte zeitweise gar keine Leistung, so dass man kaum noch anfahren konnte.

Im Gespräch wurde mir in der Toyota Werkstatt gesagt, dass es höchstwahrscheinlich die Dieselpumpe sei, die es einzeln aber nicht zu kaufen gäbe. Man müsste da eine ganze Baugruppe tauschen, was aber einem wirtschaftlichen Totalschaden gleich käme. Ich habe dankend abgelehnt und bin wieder nach Hause gefahren.

Nach einiger Recherche im Internet bin ich kurze Zeit später erneut zu Toyota gefahren und habe darum gebeten, das Abgasregelventil (AGR) zu reinigen. Ich hatte gelesen, dass einige T25 Fahrer das gleiche Problem hatte und dies auf diese Art und Weise beheben konnten.

Ich hatte dem Meister auch meine Erkenntnisse mitgeteilt, der mit daraufhin sagte, dass man auf die Berichte im Internet nicht viel geben könne, da man immer nur einen Teil der Informationen habe. Ich habe trotzdem die Reinigung des AGR beauftragt.

Wenig später bekomme ich einen Anruf, dass man eine 30km Probefahrt gemacht habe, das von mir geschilderte Problem aber nicht aufgetreten sei. Ich habe darauf hin nochmal beschrieben unter welchen Bedingungen es möglicherweise auftritt. Kurze Zeit später noch ein Anruf – das Problem könne nicht verifiziert werden – trotz erneuter Probefahrt. Genervt habe ich angemerkt, dass sie doch nun bitte – wie auch schriftlich beauftragt – das AGR reinigen mögen.

Die Abholung führte dann zu einem längeren Gespräch, in dem mir gesagt wurde, dass die Experten vor Ort nicht daran glaubten, dass die Reinigung des AGR zu einer Besserung führen würden und sie deshalb gezögert hätten es zu reinigen. Sie hätten Sorge gehabt eine Reparatur durchzuführen, die zu keinem positiven Ergebnis führen würde. Ich hatte doch aber den Auftrag dazu gegeben …

Na egal – wie erhofft hat die Reinigung das Problem mit dem auftretenden Leistungsverlust tatsächlich behoben. Das Anspringverhaten war aber weiterhin nicht berauschend (Batterie und Glühkerzen hatte ich vorher bereits gewechselt).

Nach weiterer Recherche stieß ich dann auf das Problem der Dieselpest. Kurzerhand habe ich den Avensis fast komplett leer gefahren und bei Aral „Ultimate Diesel“ (höhere Cetanzahl) getankt. Zusätzlich habe ich einen Diesel System Reiniger von Liqui Moly zum Kraftstoff hinzu gegeben und bin anschließend ca. 50km flott auf der Autobahn gefahren. Ich habe immer wieder neu durch beschleunigt und den Motor dabei hoch gedreht. Es sah im Rückspiegel teilweise so aus, als würde mein Auto brennen – unglaublich was da an Dreck raus kam.

Die nächsten drei Tankfüllungen habe ich weiterhin bei Aral getankt und das Additiv ebenfalls wieder beigegeben. Das hat zu einer deutlichen Verbesserung geführt! Mein Kollege hat (auf meinen Rat hin) selbiges bei seinem VW Sharan Diesel gemacht – ebenfalls mit einem positiven Ergebnis.

Wie dem auch sei, diese Vorgeschichte hat mein Vertrauen in die Kompetenz der Werkstatt schon erschüttert – ich weiß gar nicht warum ich wieder hin gefahren bin. Also bin ich in eine freie Werkstatt gefahren und habe mein Leid geklagt.

Freie Werkstatt: „Zweimassenschwungrad, glaube ich nicht?!“

Nach kurzer Untersuchung meinte der Meister, dass es auf gar keinen Fall das Zweimassenschwungrad sei, da das Geräusch eher vom Rippenriemen auf der linken Seite (wenn man vor dem Wagen steht) käme. Da er aber auf die Schnelle den Fehler nicht 100%ig lokalisieren könne, wollte er das Auto gern da behalten.

Ich will es nicht zu lange ausdehnen – am Tag darauf bekam ich einen Anruf:

Meister: Das Problem ist gefunden – es ist der Klimakompressor, der Geräusche macht. Ich habe kurzfristig einen kürzeren Rippenriemen aufgezogen und den Klimakompressor „abgeklemmt“. So können Sie erst mal fahren und ich suche mal nach Ersatzteilen bzw. schau mal ob wir den Kompressor reparieren können. Möglicherweise ist es ja nur die Magnetkupplung.

Warum konnte/wollte die Toyota-Werkstatt das nicht erkennen? Der Verdacht liegt doch nahe, dass die lieber Neuwagen verkaufen (und daran verdienen) wollen, als den Kunden zufrieden zu stellen. Traurig!

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